Film-Entwickler-Kombinationen eintesten

Nachdem ich mir aus verschiedenen Quellen die Grundlagen für das Eintesten von Film-Entwickler-kombinationen angeeignet habe, ist daraus das folgende Arbeitsblatt entstanden:

SW_eintesten_A4

Es verbindet die Arbeitsweisen von Dr. Otto Beyer und Norbert Hein und zeigt nach Abschluss der Testerei sowohl die grafische Darstellung der Gradationskurve als auch die erforderlichen Korrekturen. Die Arbeitsweise wird im folgenden kurz dargelegt:

1. Herstellung der Testnegative.
Es sind elf Negative mit je einer Blende Unterschied zu machen. Fünf Unterbelichtungen, ein Korrekt belichtetes sowie fünf Überbelichtete Negative sind nötig. Ich mache meine Tests mit einem 500 Watt Baustrahler und fotografiere eine gleichmäßig graue Pappe. Den Strahler stelle ich so, das ich eine korrekte Belichtung von 1/60 Sekunde bei Blende 11 erreiche. Die Über- und Unterbelichtungen ergeben sich entsprechend. Eine Belichtungsreihe zum “abarbeiten” ist auf dem Arbeitsblatt abgebildet.

2. Messen der Dichten:
Mit einem geeigneten Dichtemessgerät werden nun die Dichten (log d) der belichteten Negative (bzw. der abgebildeten grauen Pappe) gemessen und unter den Zonen 0 – X sowie in der unten stehenden Grafik eingetragen. Besonders in den Zonen mit den hohen Dichten (VIII bis X) sind exakte Messungen nötig, ggf. sind Randbereiche gegen Streulicht abzudecken.

3. Ermitteln des Korrekturwertes für die Empfindlichkeit:
Die effektive Filmempfindlichkeit lässt sich in Zone I ablesen. Die gemessene log d-Dichte wird um soviel Drittelblenden verschoben, dass im Feld der Zone I annähernd der Wert 0.10 erreicht wird. Die verschobenen Drittelstufen werden dann auch im Korrekturfeld (ASA in Drittelstufen) entsprecehnd der Verschieberichtung dargestellt und die effektive Empfindlichkeit (ASA) lässt sich ablesen.

4. Ermitteln der richtigen Entwicklungszeit:
Die Korrektur der Entwicklungszeit lässt sich in Zone VIII ablesen. Die gemessene log d-Dichte wird wiederum so verschoben, das im Feld der Zone VIII annähernd 1.29 erreicht wird. Je nach Verschiebungsrichtung und Anzahl der Drittelstufen ergibt sich die neue Entwicklungszeit (~5% Entwicklungszeitänderung pro Drittelstufe Verschiebung).

5. Lösung / Kontrolle auf mathematischem Wege:
In den rechten Feldern können die Ergebnisse mathematisch nachvollzogen und geprüft werden. Zunächst wird der Wert Hmin abgelesen (Schnittpunkt des aufgetragenen Graphen mit der Linie bei 0.1 log d. Der Wert ist unten abzulesen und einzutragen. Hmax ergibt sich dann rechnerisch zu Hmin plus 1.50. Die Gradation des entwickelten Films ergibt sich zu (Hmax-0.1) / 1.5. Optimal sind Gradationen von 0.6 bis 0.7, je nach verwendetem Vergrößerungsgerät bzw. Beleuchtungseinheit (Diffusor- oder Kondensorgerät).

Die Korrektur des ASA-Wertes ergibt sich über die Hilfswerte Korr 1 (0.4 – Hmin) und Korr 2 (10^Korr1). ASA soll ist dann ASA ist x Korr 2.

Beispiel der Entwicklung eines Tri X in Ilford ID 11. Die Originalparameter waren t=9:15min, 400 ASA. Nach dem Test ergab sich eine Korrektur auf t=8:20min bei 250 ASA: SW_eintesten_A4_Bsp

Richtig viel gute und weiterführende Infos gibt es hier: Filme eintesten von Dr. Otto Beyer

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Ich werde es Ihnen in Farben erklären. Das ist schwarz und das ist weiß. Und dazwischen ist hauptsächlich grau. Das sind wir. Eine schwierige Farbe, weil sie nicht so einfach zu beschreiben ist wie schwarz und weiß.

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